Geradezu leidenschaftlich begegnen sich der Jazzmusiker Peter Dußling und der studierte Pianist aus dem „ernsten“ Lager, Stephan Lenz und schaffen ein erlebenswertes gleichgewichtiges Miteinander von Jazz, Klassik, Kirchenliedern und eigenen Kompositionen. Dabei fühlen sich beide auch im Revier des anderen gleichermaßen wohl. Horn & Pipe erfreuen den Hörer weit hinaus über den frischen Wind aus Orgelpfeifen und dem Saxophon:
Neben den musikalischen Wendemanövern überraschen sie mit spieltechnisch brisanten Arrangements. Sie führen das Publikum aus den Gewohnheiten des Hörens hinaus in ein neues Empfinden für die Kraft vertrauter Stücke, in dem sie impulsiv gegen sie anstürmen oder sie nachhaltig durchkreuzen, ohne deren Flagge einzuholen. Dabei bleiben Horn & Pipe nicht nur ihrer „Untreue“ zu den musikalischen Standards treu. Seit die befreundeten Musiker sich mit ihrem Crossover auf den Weg durch Deutschlands Kirchen gemacht haben, ist es ihr Konzept geblieben, sich auf kein Konzept einzulassen.

Das Publikum honoriert diese Form der Selbstverwirklichung, die sich ohne das Votum der Hörer vollzieht aber sich ihm dennoch anbietet. Neben Virtuosität und Reife hat das Duo in mittlerweile über 140 Kirchenkonzerten und Auftritten im Rahmen von Musikreihen (zuletzt beim Festival Europäische Kirchenmusik 2003 in Schwäbisch Gmünd) an Identität gewonnen.